Klimarechner für Museen

Kultureinrichtungen spielen eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Leben – und sie können zugleich einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der „Klimarechner für Kultureinrichtungen“ schafft dafür eine praxisnahe Grundlage: Das Instrument unterstützt Kultureinrichtungen dabei, ihre Treibhausgas-Emissionen systematisch zu erfassen, Reduktionspotenziale zu identifizieren und wirksame Klimaschutz-Roadmaps zu entwickeln.

In einem ersten Schritt wurde ein Klimarechner für Museen entwickelt. Auf diesen beziehen sich die derzeit auf dieser Website bereitgestellten Informationen, Unterlagen und Angebote. Eine Erweiterung des Ansatzes auf andere Kultureinrichtungen ist für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen.

Der Klimarechner für Museen ist ein Excel-basiertes Tool zur Treibhausgas-Bilanzierung und steht mitsamt seinen Schulungs- und Unterstützungsangeboten allen österreichischen Museen kostenlos zur Verfügung. Entwickelt wurde er von der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS).

FAQ zum Klimarechner für Museen

  • Erstellung eines Corporate Carbon Footprint (CCF) für den gesamten Museumsbetrieb
  • Optionale Bilanzierung einzelner Ausstellungen
  • Abdeckung aller wesentlichen Emissionsbereiche, u. a.
    • Energie (Strom, Wärme)
    • Mobilität (Dienstreisen, Logistik, Pendeln, Besucher:innen-Anreise)
    • Materialeinsatz (Ausstellungsbau, IT, Papier, Shop, Gastronomie)
  • Zuordnung der Emissionen zu Scope 1, Scope 2 und Scope 3
  • Automatische Berechnung, Aggregation und grafische Auswertung der Ergebnisse
  • Orientierung am Greenhouse Gas Protocol (Corporate Accounting and Reporting Standard)
  • Verwendung hochwertiger Datenquellen für Emissionsfaktoren, z.B. ecoinvent-Datenbank1

1Die zugrunde liegenden LCIA-Scores aus der ecoinvent-Datenbank sind geistiges Eigentum der ecoinvent Association (Zürich, Schweiz).

Eine Treibhausgasbilanz ist der erste Schritt zu wirksamem Klimaschutz. Sie schafft Transparenz darüber, wo und in welchem Ausmaß Emissionen entstehen und bildet damit die Grundlage für eine fundierte Klimastrategie. Eine Bilanz ermöglicht es Museen,

  • die wichtigsten Emissionsquellen im eigenen Betrieb systematisch zu identifizieren
  • Reduktionspotenziale gezielt zu erkennen und zu priorisieren
  • Fortschritte beim Klimaschutz messbar zu machen
  • eine belastbare Klimaschutz-Roadmap zu entwickeln

Der Klimarechner richtet sich an

  • alle Museumstypen in ganz Österreich, unabhängig von Größe oder Trägerschaft
  • Museen mit ersten Berührungspunkten ebenso wie an Institutionen mit bestehenden Klimaschutzaktivitäten

Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

Um Museen bei der Anwendung des Tools und bei der Entwicklung von Klimaschutzstrategien zu unterstützen, werden folgende Leistungen angeboten:

Online-Workshops
Regelmäßige Online-Workshops (via Zoom) vermitteln Grundlagen zu

  • Treibhausgas-Bilanzierung
  • Entwicklung von Klimaschutz-Roadmaps

Q&A-Sessions
Zwischen den Workshops finden offene Online-Q&A-Sessions (via Zoom) statt. Hier beantwortet das Projektteam der BOKU Fragen aus der Praxis und fördert den Austausch zwischen Museen.

Benutzerhandbuch
Ein laufend aktualisiertes Benutzerhandbuch im Q&A-Format unterstützt die Anwendung des Tools. Es ist direkt aus dem Tool heraus verlinkt.

Individuelle Unterstützung
Bei spezifischen Fragestellungen, die nicht im Rahmen der vorhin genannten Unterstützungsangebote und Unterlagen geklärt werden können, unterstützt das Projektteam der BOKU Museen auf Anfrage direkt.

Der Klimarechner für Museen zielt darauf ab, den Austausch zwischen den Museen zu stärken.
Durch die Workshops und Q&A-Sessions entsteht eine Community of Practice der Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsverantwortlichen, die

  • voneinander lernt
  • Erfahrungen und Herausforderungen teilt
  • Klimaschutz im Museumssektor langfristig verankert

Die BOKU erstellt jährliche Berichte zum Klimarechner für Museen. Diese

  • fassen die Ergebnisse der THG-Bilanzen teilnehmender Museen zusammen
  • analysieren zentrale Emissionsquellen und Reduktionspotenziale
  • zeigen Entwicklungen und Trends über mehrere Jahre

Alle Auswertungen erfolgen aggregiert und anonymisiert, sodass keine Rückschlüsse auf einzelne Institutionen möglich sind. Die Berichte dienen dem BMWKMS als evidenzbasierte Grundlage, um den österreichischen Kultursektor im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit gezielt unterstützen und begleiten zu können.